Földvary [Felduari, Felduary, Feldtwari], Nikolaus

Földvary [Felduari, Felduary, Feldtwari], Nikolaus; Obrist [ - ] Földvary war kaiserlicher und königlich-ungarischer Obrist der Kroaten.

Am 9.5.1639 schrieb der kaiserliche Kriegssekretär Johann Friedrich Fischer aus Wien an Piccolomini: Melchior von Hatzfeldt sei mit 4.000 Kürassierern und 5.000 Infanteristen in der Nähe von Würzburg[1] anmarschiert. Ferdinand III. habe beschlossen, ihm, Piccolomini, nicht nur die angeforderten 500 Reiter, sondern auch die Regimenter Ruebland und Heister zu überlassen. Er, Fischer, begnüge sich mit den 6.000 von Piccolomini abkommandierten Infanteristen und warte auf Soldaten aus Mailand, wohin er einen weiteren Kurier mit der Bitte um Hilfe entsandt habe. Er glaube, dass die Regimenter Gallas und Lodron anrücken sollten und dass man zusammen mit Hatzfeldt, den Ungarn und Kroaten, die unter Isolano und Földváry unterwegs seien, insgesamt 30.000 Mann zur Verteidigung der Erbländer aufstellen könne.[2]

In der Hauschronik des Georg Leopold aus Marktredwitz[3] heißt es für den April 1640: „Erstlich war [der] Graf Palfi [Pálffy; BW], [der] Gen[eral] über die leichten Pferd[e] mit seinem Regiment Ungarn [hier]. Dieser hatte die anderen alle zu kommandieren, [den] Ober[stleutnant] Losy, [den] Ober[stleutnant] Rackowitz [Rajkovič; BW], [den] Ober[stleutnant] Feldtwari [Földváry; BW], das Isalonische Regiment [Isolano; BW] und einen polnischen Oberst mit etlichen Kompag[nien] Pollacken. Und weil die schwedische Armee [zu] dieser Zeit um Plauen,[4] Hof[5] und Zwickau[6] gelegen, haben die Kroaten einmal ausgesetzt und [sind] beim schwedischen Gen[eral]major Wirtenberg [Arvid von Wittenberg; BW] eingefallen, [haben] viele niedergehauen, auch etlich[e] 100 Mann gefangen [und] mit ihren Pferden und sonst großer Beut[e] hie[r]her[o] mitgebracht. Sie sind den 10. April, nachdem sie hie[r] alles verheeret und verzehret, auf[ge]brochen und samt der ganzen Armee gegen den Feind [ge]gangen“.[7] Im Juli wird Földvárys Anwesenheit nochmals erwähnt.[8]

Am 6.1.1641 war der Befehl des Kaiserbruders Leopold Wilhelm an Geleen ergangen, angesichts eines zu erwartenden gegnerischen Einfalls in Böhmen oder in der Oberen Pfalz das Kommando über die Mainbefestigungen an Fernemont zu übergeben, selbst mit Suys oder de Haes nach Bamberg[9] zu gehen und die Regimenter an einem einzigen Ort in Bereitschaft zu halten; er kommandiere 300-400 Kroaten und Földváry zu ihm.[10]

Der Hofer[11] Chronist Rüthner hält fest: „Nunmehro kamen die kayßerlichen, wie dann den 20. martii obrist Beuchold [Beygott; BW] und obrist Rackoniz [Raikovič; BW], zwey croatenobristen, einen cornet hieher schickten, und begehrten auf 4 regimenter[12] quartier. Dahero von herrn hauptmanns gnaden alhier ihnen entgegengeschickt wurde auf Helmbrechts,[13] da dann die sache durch remonstration soweit vermittelt worden, dass weil die schwedischen und franzö[s]ischen völcker die stadt jüngst gänzlich ruiniret, dass man ihren regiementern proviant hinausschaffen, damit sie in der Alten- und Vorstadt logiren konten.

Diese brachten ziemlich viel vieh mit, so sie unterwegens armen leuthen abgenommen. Sontags den 21. martii an ihren Ostertage marchirten sie frühe wieder fort. [p. 217] Den 22. martii kamen wieder etliche 30 pferde croaten von Zedwitz[14] her, so abwärts recognosciren geweßen, begehrten futter und mahl, so [die bürger] ihnen auch wieder brachten, mit [der nachricht], dass sich die französische armee, so den 17. huius hier aufgebrochen, um Zwickau[15] gesetzt und des general Baners erwarteten.

Den 23. martii haben die croatischen und schwedischen partheyen zu Bleßenburg[16] zwischen Wiedersberg[17] und Zöbern[18] einander eingetroffen, davon ein geschossener soldat in die stadt zum feldscherer einkommen. Wie es mit den schwedischen ergangen, hat man nicht erfahren. Der geschossene soldat aber, der ein croat war, hat an seiner empfangenen wunden sterben müßen. […] Den 24. martii schickten die croatischen obristen schreiben herein und begehrten proviant, musten sonst wieder in die stadt rucken. Derowegen herr Georg Nestor, klosterverwalther, und herr Christoph Hendel, stadtvoigt, zu ihnen hinaus geordnet werden,[19] welche gegen abendts wieder mit etlichen croaten wieder zurückkammen. Die nacht zuvor aber sind sie zu Dreyßendorf[20] nicht in qua[r]tier blieben, sondern aus furcht eines schwedischen uberfalls über nacht in freyen felde gehalten, auch noch folgende nacht nicht aus ihren qua[r]tieren aufgebrochen, [p. 218] zu Oberkozau[21] gefüttert und auf Schwarzenbach[22] zu gegangen, auch den 25. martii gar auf Kirchenlamitz[23] und Marckleuthen[24] geruckt, weil das geschrey einkommen, dass 2 regiementer taupadelisches [Taupadel: BW] volck den 26. huius hier solte einquartieret werden. Sie haben aber sich wieder auf Rehau[25] gewendet und den 26. hereingeschickt, dass seither ihren aufbruch von hinnen man ihnen täglich 1000 pfund brod, 16 eymer[26] bier und 4 eymer wein sambt etlichen stück vieh, als ochßen, oder das geld dafür schaffen solte, oder müsten ihre quartier, weil sie von dem general Picolomini ordre hieher, wieder beziehen. Inmittelst begehrte der bayrische obrist Wolf auch quartier auf ein regiement dragouner, so aber die croaten nicht verstatten wollten, sondern manutenirten diesmahl ihr quartier. […]

Den 27. martii kamen die 4 regiementer croaten von Rehau her alhier an und quartierten sich in die Altenstadt, Vorstadt und auf dem Graben herum, begehrte aber kein mensch, auch kein obrist in die stadt. Allein aus ihren assignirten quartieren und hülfsquartieren muste man ihnen zur unterhaltung die nothdurft hinausschaffen.

Dazu kamen den 28. martii noch eine parthey von 100 pferden, legten sich auch darzu. Die croaten [p. 219] aber ritten auf die dörfer fouragieren.

Eodem die geschahe eine abordnung nach Wunsiedel,[27] des herrn obristen Wolfens marsch, welcher mit gewalt auch hier quartier nehmen wolte, abzuwenden, alles jedoch umsonst, den[n] er kam den 29. martii mit seinen völckern hier an. Hingegen musten 2 regiementer croaten, als Beygold [Beygott; BW] und Loschi [Losy; BW], fort, Rackowitz und Felduary [Földváry; BW] aber nechst dem obristen wolfen wurden hier einquartieret, die wolfischen dragouner zwar in die stadt, die croaten aber außer der stadt, bekamen aber doch ihre verpflegung aus der stadt.

Den 30. mart[ii] gar frühe ritte herr obrist Wolf nach Wunsiedel zu dem bayrischen generalmayor de Mersy [Franz von Mercy; BW] und hilten selbigen abend die croaten wegen der schwedischen völcker die ganze nacht zu pferde, schickten auch starcke partheyen aus, welche dann den 31. martii 6 schwedische gefangene, darunter ein quartiermeister, eingebracht. Der quartiermeister aber wurde stracks gegen Eger weiter geschickt. […]

Eodem die [30.3. a. St.] brachten die Croaten den schmidt von Selbiz[28] gefangen, so die croaten helfen niederschießen, desgleichen auch den Dobenecker[29] von [p. 220] Brandstein tödlich verwunden helfen, welcher dann zimlich scharf examiniret wurde, rieße aber bey der nacht mitsambt den ketten wieder aus.

Den 1. april kam obrist wolf wieder von Wunsiedel und brachte noch über die 100 pferde mit sich, so sich alsobald in die stadt einquartierten.

Weilen aber zeitungen einkamen, dass die schwedischen gegen Lobenstein[30] sehr starck parthiret und hergegen die partheyen von hinnen auch stark auf sie gangen, haben endlich die 2 regiementer croaten den 2. aprilis sich auch in die stadt quartieret, und die bedrängnüß dermaßen sich gehäuft, dass nicht wohl zu beschreiben ist. […]

Den 3. aprilis in der nacht hat die wacht des herrn burgermeisters Thomas Schneiders scheune vor dem Obern Thor angefeuert, welche zwar ganz abgebrand, aber doch wurden die nächsten, die daran stunden, nicht angesteckt, dafür wir Gott sonderlich zu dancken haben. Eodem die ist auch Marckleuthen[31] abgebrandt.

Inmittelst sind die partheyen abwärts gegen Saalfeld[32] starck gegangen, unterschiedene gefangene eingebracht, zum theil auch oft selbst mit eingebüßet.

Den 6. aprilis früh um 3 uhr verreiste der churbay-[p. 221]rische obriste Wolf auf Wunsiedel, hingegen wurden die schwedisch gefangene wieder ledig gelassen und zu ihren regiementern convoiret.

Eodem die wurde wieder ein junger Seckendörfer, so sich neulich bey den schwedischen unterhalten lassen, gefänglich eingebracht.

Die 7. april  wurde herr castner Georg Schubhardt und herr burgermeister Dürnhöfer auf befehl seiner fürstlichen gnaden auch nach Wunsiedel[33] zu der generalität um linderung oder abwendung der unerträglichen einquartierung abgeordnet. Die kamen den 8. aprilis wieder und brachten so viel nachrichtung, dass die schwedischen, so bishero im reußischen, auch um Saalfeld und Altenburg[34] gelegen und ingleichen alles verderbet, nunmehro aufgebrochen und dass die kayserliche und bayrische armee dergleichen in marchiren wären.

Diese ganze woche über ist so unfreundlich und kalt wetter mit schnee und frost geweßen, als oft manchmal mitten im winter.

Den 10. aprilis geschahe abermahl auf befehl des herrn hauptmanns gestreng durch herrn stadtcapitain und Ulrich Löwen nach Wunsiedel [p. 222] eine abordnung, darum damit sie den bevorstehenden generalmarch abwenden möchten. Sie kamen aber den 11. aprilis unverrichter sache wieder. Dann obwohl die 2 regiementer croaten, als Rackowitz und Feultary, neben des obristen Wolfens dragouner um 10 uhr zu Mittage zum Untern Thor hinausrückten, so zog doch der generalstaab stracks zum Obern Thor ein. Von dem fußvolck wurden etliche regiementer in die Altenstadt und Vorstadt und auf dem Graben herum ganz häufig einquartieret, blieben auch darzu den 12. april still liegendt, da dann die fourage auf den dörfern alles gar verwüstet, alles eißenwerck und was sie funden mit hier in die stadt geführet und zu gelde gemacht. […] Dieser tagen, als randevous zu Poseck[35] gehalten wurde, so ist Poseck nebst drey andern dörfern angesteckt worden.

Den 14. aprilis marchirten die 3 regiementer theils auf Oeltznitz,[36] theils auf Plauen, ein regiement zu fuß aber blieb über nacht in der Altenstadt, und marchirten den 15. mit dem frühesten auch fort.

Den 15. april wehrete das marchiren von hinterstelligen trouppen noch immerzu, und giengen 2 regiementer wieder zurück in das Würten-[p. 223]bergerlandt, pernoctirten zu Zedwitz,[37] den 16. aber früh um 7 uhr hierbey vorüber gegen Münchberg[38] zu.

Den 17. aprilis wurde das dorf Oseck[39] nechst der stadt nachmittags um 1 uhr in brand gesteckt, weilen etliche reuther über nacht da logiret und 2 stück vieh verlohren, so sie den bauern entwendet zu haben schuld gegeben. Branden 4 höfe ab. […] Den 20. april kamen etliche des general de Werba [ Bruntálský Śtépán Graf Wrbno und Freudenthal; BW] pferd aus dem reich hieher, denen die alhier logirende salva guardia brod und bier geben ließe, und folgten darauf etliche 70 croatische pferde von beigoltischen [Beygott; BW] und rackowitzischen regiement, sondern über nacht zu Wiedersberg[40] logiren, und solte man ihnen brod und bier hinausschafffen. Weilen es aber nicht flugs in mangel der fuhren bey der stell und sie bereits bey dem Eichelberg hinausmarchiret, kehrten sie wieder um und wolten in der Vorstadt und Altenstadt [p. 224] logiren. Nachdem ihnen aber das commiss hinausgeliefert wurde, so marchirten sie selbigen abend noch auf Wiedersperg zu, und folgten den 21. von Kirchenlamitz[41] wieder etliche 70 pferde, so ihren marsch auf Gefell[42] zu nahmen“. [43]

Rüthner berichtetweiter: „Den 18. april [1642 a. St.; BW] kamen 2 croatische obristen, als Rockowitz und Felduari, mit etlichen bagagewägen hieher, pernoctirten alhier und nahmen 19. ihren marsch auf Eger[44] zu. Es verehreten auch der herr obrist Rackowitz eine ducaten, der Felduarii 1 thaler, sein obristlieuttenant Rochos einen dicken thaler zur unterhaltenden reparatur des orgelswercks zu Sankt Michaelis“.[45]

[1] Würzburg; HHSD VII, S. 837ff.

[2] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 811.

[3] Marktredwitz; HHSD VII, S. 429f.

[4] Plauen; HHSD VIII, S. 279ff.

[5] Hof; HHSD VII, S. 302f.

[6] Zwickau; HHSD VIII, S. 380ff.

[7] BRAUN, Marktredwitz, S. 118.

[8] BRAUN, Marktredwitz, S. 125.

[9] Bamberg; HHSD VII, S. 66ff.

[10] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1120.

[11] Hof; HHSD VII, S. 302f.

[12] Das dritte war Földvary, das 4. Losy.

[13] Helmbrechts [LK Hof]; HHSD VII, S. 282.

[14] Feilitzsch-Zedtwitz [LK Hof].

[15] Zwickau; HHSD VIII, S. 380ff.

[16] Triebel-Blosenberg [LK Vogtlandkreis/Sachsen]

[17] Triebel Wiedersberg [LK Vogtlandkreis/Sachsen].

[18] Burgstein-Groß- und Kleinzöbern [LK Vogtlandkreis/Sachsen].

[19] Wahrscheinlich Transkriptionsfehler: worden

[20] Regnitzlosau-Draisendorf [LK Hof].

[21] Oberkotzau [LK Hof].

[22] Schwarzenbach an der Saale [LK Hof].

[23] Kirchenlamitz; unter Hohenberg a. d. Eger; HHSD VII, S. 308.

[24] Marktleuthen [LK Wunsiedel im Fichtelgebirge].

[25] Rehau [LK Hof]; HHSD VII, S. 613.

[26] ca. 86, 89 Liter

[27] Wunsiedel [LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge]; HHSD VII, S. 836f.

[28] Selbitz [LK Naila]; HHSD VII, S. 695ff.

[29] Abraham von Dobeneck starb am 24.2.1634 a. St. an den Folgen von Folterungen durch Kroaten. DOBENECK, Geschichte, S. 411ff.

[30] Lobenstein [LK Saale-Orla-Kreis]; HHSD IX, S. 261f.

[31] Marktleuthen [LK Wunsiedel im Fichtelgebirge].

[32] Saalfeld [LK Saalfeld-Rudolstadt]; HHSD IX, S. 369ff.

[33] Wunsiedel [LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge]; HHSD VII, S. 836f.

[34] Altenburg [Kr. Altenburg]; HHSD IX, S. 6ff.

[35] Triebel-Poseck [LK Vogtlandkreis/Sachsen]

[36] Oelsnitz [Kr. Stollberg]; HHSD VIII, S. 263f.

[37] Feilitzsch-Zedtwitz [LK Hof].

[38] Münchberg [LK Hof]; HHSD VII, S. 464.

[39] Osseck, heute Stadtteil von Hof.

[40] Triebel-Wiedersberg [Vogtlandkr./Sachsen]

[41] Kirchenlamitz; unter Hohenberg a. d. Eger; HHSD VII, S. 308.

[42] Gefell [Saale-Orla-Kr.]; HHSD IX, S. 129f.

[43] KLUGE, Hofer Chronik, S. 185ff.

[44] Eger [Cheb]; HHSBöhm, S. 119ff.

[45] KLUGE, Hofer Chronik, S. 201.

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March 3, 2010 in Miniaturen
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