Erfahrungsbericht Augenlaser OP
Femto-Lasik Operation bei EuroEyes in Hamburg
Fast 4 Wochen ist es jetzt her, dass ich zum Informationsgespräch bei EuroEyes in der Dammtorstraße 1 in Hamburg war. Nachdem ich schon häufiger darüber nachgedacht hatte, meine Kurzsichtigkeit (-5 Dioptrien) korrigieren zu lassen, wollte ich es jetzt endlich mal angehen. Dieser Erfahrungsbericht soll denjenigen Informationen bieten, die ebenfalls über eine Lasik-Operation nachdenken.
16. März: Beratungsgespräch
Der erste Termin bei EuroEyes in Hamburg dauerte ca. 1,5 Stunden. Dabei wurden meine Augen untersucht (z. B. Innendruck) und geprüft, ob ich überhaupt für eine Lasik-Operation in Frage kommen würde. Zu meiner Freude war das auch der Fall, meine Hornhaut war dick genug und ich war eine geeignete Kandidatin für das Femto-Lasik-Verfahren, das bei -5 Dioptrien empfohlen wird. Es wurden der Ablauf der Operation, Vor- und Nachsorge sowie mögliche Risiken erklärt und der Preis für die OP inkl. Nachuntersuchungen genannt. Das Team von EuroEyes war sehr nett und hat meine Fragen freundlich beantwortet. Meine Angst, durch eine Laser-OP zu erblinden, erwies sich als unbegründet und so egte ich gleich die Termine für die große Voruntersuchung, die OP sowie die ersten beiden Nachuntersuchungen fest. Nun sollte es natürlich möglichst schnell gehen
29. März: Ab heute kontaktlinsenfrei
Ab eine Woche vor der großen Voruntersuchung durfte ich keine Kontaktlinsen mehr tragen, damit sich die Augen nicht veränderten. Bei harten Linsen sind das wohl 14 Tage. Es war schon ein komisches Gefühl, das letzte Mal die Kontaktlinsen einzusetzen, da ich es seit 14 Jahren gewohnt war, sie täglich zu tragen. Es folgte also eine Woche mit meiner 4 Jahre alten Brille. Als Kontaktlinsenträger ist es schon sehr ungewohnt, dass man immer seinen kompletten Kopf bewegen muss, um einen anderen Blickwinkel zu sehen, da man sonst ja neben der Brille rausguckt und nichts sieht
Ich war jedoch froh, als die Woche endlich rum war und die Voruntersuchung für die OP anstand.
05. April: Große Voruntersuchung
Nach einer Woche als Brillenschlange war zwei Tage vor der OP die große Voruntersuchung angesetzt. Hier setzte man mich wieder vor eine Reihe an Geräten, die meine Augen vermessen sollten. Ein Arzt untersuchte nochmal meine Augen und gab grünes Licht für die OP. Zum Abschluss bekam ich ein Täschchen mit Augentropfen mit Antibiotikum, Augentropfen zur Benetzung, einer Schmerztablette, einer Sonnenbrille, Klebeband und einem paar durchsichtiger Plastik-Augenklappen für die Zeit nach der OP mit.
Nachdem bei der großen Voruntersuchung Tropfen verabreicht werden zur Weitung der Pupillen hatte ich mir den Tag frei genommen. Am PC arbeiten wäre die ersten Stunden nach dem Tropfen auch nicht möglich gewesen. Ich war froh, dass ich den Heimweg gefunden habe, da die Tropfen mein Sehvermögen sehr eingeschränkt haben und ich extrem lichtempfindlich war. Die Pupillen waren so groß, dass ich mir vorkam, als wäre ich eine Manga-Figur mit Kulleraugen. Die Wirkung der Tropfen ließ aber nach ein paar Stunden nach, sodass auch die temporäre Weitsichtigkeit wieder wegging.
07. April: Femto-Lasik-Operation
Vor der OP
Bis kurz vor der eigentlichen Operation hatte ich es geschafft, nicht viel über die OP nachzudenken und nicht wirklich aufgeregt zu sein, auch wenn ich am Tag der OP bereits um 4 Uhr früh wach war. Als ich dann eine halbe Stunde vor dem vereinbarten OP-Termin mit meiner Begleitung dann bei EuroEyes saß, wurde es mir doch etwas mulmig zumute. Meine Augen wurden ein letztes Mal untersucht und ich bekam ein Schmerz- und ein Beruhigungsmitel verabreicht. Die Kosten der OP bezahlte ich bequem mit EC-Karte, dann ging es kurze Zeit später mit einer netten Schwester Richtung OP. Dort wurde ich mit Überziehsachen für Schuhe, Haare und einem Kittel für die OP vorbereitet und durfte mich auf eine Liege im OP legen. Zur Betäubung bekam ich in beide Augen ein Mittel getropft. Meine Begleitung konnte die OP vor einer Scheibe am Monitor mitverfolgen und bekam jeden Schritt genau erklärt. Der Arzt, der meine Augen laserte, hatte bereits 50.000 Augen vorher gelasert, daher machte ich mir keine großen Sorgen.
Während der OP
Zunächst wurde ich unter eine Maschine geschoben, die für die Vorbereitung des Flaps eingesetzt wurde. Dafür wurden beide Augen mit einem Silikonring fixiert und innerhalb von ein paar Minuten beide Flaps vorbereitet. Danach wurde ich unter die zweite Maschine geschoben, bei der dann der Flap hochgeklappt und mittels Laserstrahlen meine Kurzsichtigkeit innerhalb von ca. 45 Sekunden auf jedem Auge korrigiert wurde.
Zwischendurch wurden die Augen immer mal wieder getropft und abgetrocknet (der Laser mag keine Feuchtigkeit *g) und der Flap am Ende wieder ordentlich auf das Auge gelegt. Der Flap hält wohl “wie ein körpereigenes Pflaster”. Dann war auch schon alles rum. Ich spürte zwar einen leichten Druck bei der Fixierung der Augen mit dem Silikonring oder dem Lidspanner unter der zweiten Maschine, Schmerzen hatte ich jedoch während der gesamten OP überhaupt keine. Die Augenlaser Operation an sich ist überhaupt nicht schlimm, dauert nicht lange und ist nur etwas komisch. Man sieht, wie der Flap umgeklappt wird und merkt, wie das Auge trockengewischt wird oder der Laser klackt, aber das war alles nicht so schlimm. Meiner Begleitung vor dem Monitor ging es definitiv schlechter als mir. Sorry übrigens nochmal dafür
Nach der OP
Als ich fertig war und aufstehen durfte, war mein Blick zwar erst noch wie unter Wasser oder beim Blick durch Milchglas, das wurde aber innerhalb der nächsten Stunden immer besser. Zum Schutz vor Wind und Staub setzte ich die Sonnenbrille aus dem Starter-Kit auf und habe mich mit dem Taxi nach Hause fahren lassen und die nächsten 4-6 Stunden die Augen geschlossen und iPod gehört. Zwischendurch habe ich natürlich immer mal wieder geschaut, wie gut die Augen schon sehen konnten und mich immer wieder darüber gefreut, dass die Buchtitel des Regals erkennbar waren und auch sonst alles, was ich vorher nur mit Brille oder Kontaktlinsen sehen konnte auf einmal deutlich zu erkennen war. Ein tolles Gefühl. Am ersten Tag müssen stündlich Augentropfen mit Antibiotikum getropft werden solange man nicht schläft. Ich hatte zwischenzeitlich ein leichtes Brennen und ein ebenfalls leichtes Gefühl von einem Sandkorn im rechten Auge, aber das war sehr gut auszuhalten. Mit den Kontaktlinsen hatte ich früher definitiv mehr Probleme und Schmerzen.
Die erste Nacht
Für die ersten Nächte nach der OP sollte man die Augenklappen aus dem Starter-Täschchen fixieren, damit man nicht versehentlich in den Augen reibt. Das ist für die nächste Zeit nämlich erstmal unbedingt tabu. Daher trage ich die meiste Zeit noch eine Sonnenbrille, um daran zu denken, dass ich nicht ins Auge fassen darf.
08. April: 1. Nachuntersuchung
Am Tag nach der Operation ist bereits die 1. Nachuntersuchung angesetzt. Dabei wurden die Augen untersucht und die aktuelle Sehstärke gemessen. Diese kann sich jedoch innerhalb der nächsten Tage noch verändern, da auch nach der OP noch regelmäßig getropft werden muss (1 Woche lang Tropfen mit Antibiotikum, die Benetzungstropfen über mehrere Wochen mehrmals täglich). Meine Sehstärke betrug 100 %, ein ganz passabler Wert
Die nächsten Tage
In den nächsten Tagen und Nächten versuchte ich, meine Augen weiterhin zu schonen und regelmäßig zu tropfen, nicht zu lange am PC zu sitzen oder zu lesen und eine Sonnenbrille gegen die Helligkeit zu tragen (genau jetzt wurde es natürlich schön sonnig im sonst so grauen Hamburg *g).
Das weitere Vorgehen
Am 13. April erfolgt die 2. Nachuntersuchung, einen Monat nach der Lasik-Operation dann die 3. Nachuntersuchung. Sport ist für die nächsten 2 Wochen verboten, ebenfalls das Schminken (wie soll man sich auch abschminken, ohne das Auge zu reiben). Es sollte auch darauf geachtet werden, dass kein Wasser ins Auge gelangt für die ersten Tage nach der OP.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich es nicht bereue, diesen Schritt gewagt zu haben. Ich bin sehr froh, jetzt ohne Hilfsmittel sehen zu können und würde es jederzeit wieder machen. Die OP war nicht schmerzhaft und auch nach der OP hatte ich keine Probleme. Es ging alles ziemlich unkompliziert und schnell. Vermutlich wird es noch eine Weile dauern, bis ich mich an das neue Sehgefühl gewöhnt habe und nicht mehr denke, Kontaktlinsen zu tragen
Update zur 2. Nachuntersuchung
Mittlerweile habe ich die Sehbescheinigung für den Führerschein erhalten und die Augen erneut untersuchen lassen. Es sind keine Entzündungen oder sonstigen Probleme aufgetreten, alles soweit ok. Die Isoptomax-Tropfen habe ich seit der 2. Nachuntersuchung abgesetzt, ebenso die nächtlichen Augenklappen. Zur Benetzung tropfe ich regelmäßig Hylocomod Tropfen (ohne Konservierungsmittel) und Liposic EDO (ebenfalls ohne Konservierungsmittel) während der Arbeit am PC. Abends habe ich immernoch das Gefühl, Kontaktlinsen rausnehmen zu müssen. 15 Jahre Linsen tragen lassen sich wohl nicht innerhalb ein paar Tage vergessen
Update zur 3. Nachuntersuchung
Gestern war ich bei der 3. Nachuntersuchung zur Laser-OP. Ich habe mich an das neue Sehgefühl gewöhnt und keinerlei Probleme. Die Augen verheilen gut (dauert ja etwas, bis alles wieder wie vorher ist) und sind nicht trockener als vor der OP. Ich bin immernoch froh, mich für die Femto-LASIK Operation entschieden zu haben und freue mich jeden Tag aufzuwachen und die Uhrzeit am Wecker lesen zu können
Noch Fragen zur Augenlaser OP? Dann schreibt sie gerne in die Kommentare!



Ich beneide dich!
Find ich super, dass es so gut geklappt hat. Genieß dein neues Sehgefühl und die Unbeschwertheit ohne nervige Sehhilfe.
Spätestens beim nächsten Schwimmbadbesuch oder Tauchgang wirst du deinen Linsen oder der Brille nicht mehr nachweinen (Falls das überhaupt irgendjemand tut).
Schöne Grüße und toi, toi, toi!
Danke schön für diesen detaillierten Erfahrungsbericht. Ich schleppe dieses Thema seit locker 6 Jahren mit mir herum (wenn ich noch eine weile warte, bin ich wieder alt genug für eine Brille *g*).
Irgendwie hat mir Dein Bericht wieder Auftrieb gegeben, meine -8 Dioptrien (Tageslinsen) gegen +/- 0 Dioptrien zu tauschen …
Danke schön und viele Grüße,
Karl
Ich denk da auch schon lange drüber nach. Was genau ist gemeint mit “die Vorbereitung des Flaps eingesetzt wurde. Dafür wurden beide Augen mit einem Silikonring fixiert und innerhalb von ein paar Minuten beide Flaps vorbereitet.” Ich frag mich nämlich immer, wie das dann exakt vorgeht. Zumal meine Augen sehr empfindlich sind und die Lider gern runtergehen…
Danke für eure Kommentare!
(Freundin hat Monitor gefilmt, also kein offizielles Video von EuroEyes).
@Karl: -8 ist schon eine ganze Menge, lass dich doch mal untersuchen, um zu sehen, ob du überhaupt geeignet bist? Sonst überlegst du die ganze Zeit und es geht unter Umständen (was ich natürlich nicht hoffe) dann doch nicht. Dann kann man dir auch sagen wie die Chancen stehen, dass du auf 100% kommst. Ich war heute bei der 2. Nachuntersuchung und es sieht alles gut aus. Habe zwar Schwankungen beim Sehvermögen durch die Tropfen, aber das ist normal meint der Arzt. Das wird sich noch stabilisieren.
@Frank: Zuerst bekommt man jeweils einen Silikonring in die Augen gesetzt und das Auge wird angesaugt und der Flap, also der Bereich, der dann später hochgeklappt wird, wird vorbereitet. Das genaue Verfahren wird bei EuroEyes genauer erklärt. Ich hatte auch Angst, dass es extrem störend ist, wenn man blinzeln möchte und es nicht geht. Während der OP habe ich das aber überhaupt nicht so empfunden. Auch das Aufspannen der Augen durch den Silikonring oder die Metalklammern an der 2. Maschine fand ich nicht schlimm. Ich hoffe, das hilft dir weiter. Demnächst werde ich hier auch noch das Video meiner OP hochladen wobei die Vorbereitung des Flaps, also die Bläschen, noch nicht auf dem Monitor übertragen wurden, daher gibts das nicht auf Video. Den Rest dann aber schon